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In der Veranstaltung | ![]() |
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Umbrüche in der Produktivkraftentwicklung - Wege zu einer neuen Arbeitsgesellschaft |
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wollen wir zwei Debattenstränge der linken Diskussion zusammenführen und stärker in die Öffentlichkeit tragen. Zum einen geht es um die Frage, ob die gegenwärtig zu beobachtende Erosion der tradierten Lohnarbeitsverhältnisse nicht Teil der Durchsetzung eines neuen Leittypus von Arbeitskraft bzw. Erwerbsarbeit ist. Denn ohne Zweifel werden in immer mehr Bereichen völlig neuartige Ansprüche gegenüber immer mehr Arbeitskräftegruppen geltend gemacht, wobei nicht selten erstaunliche Freiräume in der Arbeitsausführung eingeräumt werden. Ein großer Teil der Maßnahmen enthält einen Wandel von durchstrukturierten Arbeitsvorgaben zu temporären marktförmigen Auftragsbeziehungen. Dies wird sowohl im Rahmen von lohnabhängigen Beschäftigungsverhältnissen praktiziert (Gruppenarbeit, Projektorganisation, Telearbeit, Cost- und Profit-Center usw.) als auch über Nutzung formell selbständiger Formen von Erwerbstätigkeit (Out-Sourcing, Betriebsnetze usw.). Diese Debatte um Strategien einer "fremdbestimmten Selbstorganisation" wird oft unter dem Schlagwort des "Arbeitskraftunternehmers" geführt. Denn die Anforderung, nicht mehr nur Arbeitskraft in einem ausgehandelten Zeitraum zur Verfügung zu stellen, sondern vielmehr seine eigene Arbeitskraft zu ökonomisieren und zu vermarkten, führt zu einem Verhalten der Erwerbstätigen gegenüber sich selbst, die dem rationalen bzw. durchrationalisierten Verhalten von Unternehmen entspricht. Zum anderen stellt sich die Frage: Welcher Inhalt erzwingt diese neue Form ? Dazu wollen wir an die Debatte um die "immaterielle Arbeit" anknüpfen, also an die These, dass eine radikalisierte Verwertung des Subjektiven die Art der Arbeitsbeziehungen verändert. Der neue Typus von Arbeit ist inhaltlich davon gekennzeichnet, daß die Subjektivität der Arbeitenden im Vordergrund steht. Im Gegensatz zur bisherigen Gestalt von Arbeit, die davon gekennzeichnet ist, das die Subjektivität des Arbeitenden gerade ausgeschlossen wurde, der "Arbeiter zum Anhängsel der Maschine" gemacht wird, seine Fähigkeiten und Potenzen vom kapitalistischen Produktionsprozeß in hohem Maße verschleudert werden, gehen nunmehr Kreativität, Spontaneität, Persönlichkeit und Wissen zentral in den Verwertungsprozeß ein. Literaturempfehlungen: Stadlinger/Glißmann/Peters "Mehr Druck durch mehr Freiheit" (VSA). Voß/ Pongratz: Der Arbeitskraftunternehmer - Zur Entgrenzung der Ware Arbeitskraft G. Voß: Arbeitskräfte zu Unternehmern! Masken für ein altes Spiel ? Das Argument 235, Argument-Verlag Umherschweifende Produzenten, ID-Verlag D. Lingemann: Die veränderte Verwertung des Subjektiven als Grundlage eines neuen Akkumulationsregimes |
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